Da habe ich letztens noch bei nerdcore gelesen und gesehen, dass Commodore bald Mini-PCs auf den Markt schmeisst. Nun bin ich zum einen kein Fan von Mini-PCs, zum anderen ist ausser dem Commodore-Logo nicht viel geblieben, denn auf dem Laptop läuft das Mini-PC Betriebssystem Nr. 1, Windows XP.
Mein ehemaliger Arbeitkollege und Freund Torben “Commodore-Lexikon” Guse (er, Matt Groening und ich sind die Einzigen auf der Welt, die das Rohrpostsystem für das am meisten unterschätze Transportmittel halten) will jedenfalls nicht mehr länger warten, bis Commodore wieder die Kurve kriegt, die sie Mitte der 90er Jahre verlassen hat und schusterte sich selbst einen Amiga 500-Laptop.
Der Monitor ist im Übrigen ein 6″ TFT-Bildschirm, der vor ein paar Jahren als Aufsatz für die Xbox erschien.
Da Herr Guse und ich uns momentan immer kommunikativ verpassen, werde ich genaue technische Spezifikationen noch nachreichen. Ich hätte da nämlich auch noch ein paar Fragen bezüglich Akkulaufzeit und Online-Fähigkeit, die man auf den Fotos, die nach dem Klick folgen, begutachten kann.









26. September 2008 um 11:51
Hallo Herr Wollny,
also das Laptop ist ein Amiga 1200 mit einer 50 Mhz 68030 Turbokarte die über 32 MB Fast-RAM verfügt (also kein A500). Das installierte Betriebssystem ist Amiga OS 3.9 – das letzte OS für den Amiga das ohne PPC Prozessor und Grafikkarte läuft. Die Entscheidung für den 6″ (auf der Packung stand 7″) TFT viel weil es zum Zeitpunkt des Entstehens dieses “Schlepptops” (Gewicht ca. 5,6 kg) keinen Scandoubler / Flickerfixer (ein Hardwarezusatz der den Anschluss von VGA Monitoren und TFT’s erlaubt) neu zu kaufen gab und ich mir für dieses Experient einen engen Budgetrahmen gesetzt hatte (weniger als 150,-€). Die Netzwerk und Internetfähigkeit ergibt sich aus der Benutzung einer PCMCIA Netzwerkkarte zusammen it dem CNet.device und den mit OS 3.9 mitgelieferten Netzwerk und Internetprogrammen (A-Web etc.). Gerade hier wäre ein größerer Bildschirm sicherlich vorteilhaft – kommt Zeit, kommt Geld, kommt 15″ TFT – hehe. Die sonstige Ausstattung beläuft sich auf ein Standard Amiga DD-Diskdrive (880 Kb) eine 3,5″ 1,2 GB Harddisk (nur wegen dieser Platte musste ich von JC-Hardware in Witten (kompetenter Laden der auch bei ausergewöhnlichen Sachen nicht von vornherein abwinkt) superleise 4cm Lüfter in Gummi gelagert besorgen und hinten im Gehäuse einbauen und die Vorderseite des Gehäuses mittels eines Dremels mit Lüftungsschlitzen versehen) sowie ein Slim-Line 24x CD-ROM. Die ursprünglich geplante Lösung mit einer 2,5″ Laptopplatte musste verworfen werden, da die Platte leider defekt war *Grrrr*. Demnächst folgt noch ein Versuch mit einem IDE to Compact Flash Adapter – das sollte die thermischen Probleme lösen – vielleicht bekomme ich das sogar so hin, das die Compact Flash Karten von außen zu wechseln sind – wäre schön als Wechselplatte zu gebrauchen.
Das wärs erst mal – bei weiteren Fragen kannste ja mailen oder skypen.
Herzlichst ihr
Torben “Commodore Lexikon” Guse
P.S.: Gratulation dem frischgebackenen Onkel!
P.P.S.: Unbekannterweise auch eine Gratulation an die frischgebackene Mutter.
P.P.P.S.: Wegen einer persönlichen Vorführung des Gerätes in deinem jetzigen Domizil können wir ja mal was verabreden.
P.P.etc.: Mit Rohrpost würden wir uns nicht verpassen – aber uns machmal vielleicht eine verpassen. Rohrpost – das verkannte Kommunikationssystem. ;o)
26. September 2008 um 14:50
Ach ja, da fällt mir noch was ein! Die Akkulaufzeit. Die dürfte bei Null liegen, da gar kein Akku eingebaut ist. Die Elektronik dafür (Aufladen und umsetzen der Spannung) und die dabei auftretenden Gewichts und Abwärmeprobleme waren mir zu ärgerlich. Daher läuft das ganze incl. Bildschirm (hatte noch ne Wandlerplatine ruliegen) über ein µATX Netzteil und damit nur mit Netzstrom. Es gab mal eine komerziell gemachte Lösung für ein Amiga Laptop (einfach im Netz unter http://www.amiga-hardware.com/ nach Clones und da nach Silent Paws A1200 schauen) und die hat mit dem Akku ohne CD-ROM etwa 1,25 Std. gehalten und etwas mehr als meine Kiste gewogen. Und das Ding hat 2500,-DM seinerzeit als Messepreis gekostet. Die Akkus waren dabei nicht enhalten sondern mussten extra gekauft werden – soweit ich mich erinnere irgendwelche Standarteile von Compaq.
05. Oktober 2008 um 20:59
Cooles Ding! Wenn ich bedenke wie viel Zeit ich an dem alten Amiga mit dem Diskettenwechsel bei Monkey Island II verbracht habe, dann werden Kindheitserinnerungen wach.
Gibt es zu diesem coolen DIY Amiga Labtop auch eine Bauanleitung zum Selbermachen?
06. Oktober 2008 um 09:32
Sollte jemand in den beiden vorigen Kommentaren Rechtschreibfehler entdecken kann er sie behalten, weiterverschenken oder einrahmen – wobei mir aufgefallen ist das mein “n” und “m” auf der Tastatur klemmt.