[Disclaimer: Hier werden nach und nach auch mal andere Autoren zu Wort kommen. Ich hoffe regelmässig, aber mal sehen. Den Anfang macht Robert Weiss, gut zu sehen auch am Autorennamen unter der Überschrift.]
Da der 14. Februar demnächst hämisch und unvermeidlich an die Tür aller unglücklicher Singles klopft, habe ich ein wenig über das Thema “verliebt sein” nachdenken müssen und mich gefragt, was am verliebt sein so toll ist und warum viele Singles schon
jetzt an den für manche einsamsten Tag des Jahres denken müssen.
Um es verstehen zu können, muss man sich einmal vor Augen führen welche verschiedenen Arten des verliebt-Seins existieren (Eheleute und Paare in Ehe ähnlichen Beziehungen werden nicht berücksichtigt).
Zum einen wäre da das (frische) glücklich verliebt sein. Es ist toll. Das Aufstehen fällt einem bei jedem Wetter leicht, der Kaffee schmeckt besser als sonst und man kann es kaum erwarten morgens sein Handy zu checken, da der Partner einem unter Garantie eine SMS geschrieben hat. Insgesamt geht einem alles einfacher von der Hand. Und es bringt die meisten Singles zum Kotzen. Die glücklich Verliebten leben den einsamen Singles vor, was sie momentan nicht haben: “Wir haben uns.” Das zeigen sie auch gerne und häufig.
Das genaue Kontra dieser Situation ist? Richtig! Das unglücklich verliebt sein. Wobei man hier zwischen zwei Subtypen unterscheiden muss: Weiß der Beschmachtete davon, dass man in ihn verliebt ist, aber einfach nicht möchte, so verfliegt die Lust auf ihn entweder nach kurzer Zeit, oder: Man beißt sich fest. Wenn das passiert, wird es meist für beide Parteien unbequem. Der “Schwarm” (welch unsägliches Wort, klingt nach Bravo, buuah fühlt sich vielleicht genervt, weiß oft nicht wie er zu reagieren hat oder suhlt sich in manchen Fällen sogar in der Bestätigung, die ihm zuteil wird. Der auf vermeintlich rosa Wolken Wandelnde merkt dann meist ganz schnell, dass er grade Richtung Sackgasse läuft und welches Trauerspiel er (selbstverständlich nicht beabsichtigt) gerade hinlegt, denn unglücklich verliebt sein gilt aus gesellschaftlicher Sicht als eher uncool.
Der zweite Typ in der Kategorie “unglücklich verliebt sein” ist weitaus gefährlicher, bzw. einer größeren Gefahr für sich selbst ausgesetzt. In diesem Fall weiß das Objekt der brennenden Begierde nichts davon. In vielen Fällen sogar nicht einmal von der Existenz
des Liebenden, aber das gehört hier nicht hin und kann an anderer Stelle erörtert werden.
Back to topic.
Menschen, die unglücklich in jemanden verliebt sind, der nichts davon weiß, sind wie Drogenabhängige: Haben sie einmal von der verbotenen Frucht genascht, so brauchen sie sie immer wieder. Will heißen: Ein flüchtiger Besuch, ein Telefonat, der nette Plausch über den Instant-Messenger oder der lustige Kommentar bei einem Social-Network, all das kann Zunder für soziales Verkümmern auf ganz ganz kleiner Flamme sein. Mit Sicherheit hat sich jeder schonmal in Jemanden verliebt, der nichts davon wusste, aber manche bleiben dabei wirklich hängen. Wenn das passiert sieht´s für den Betroffenen oft düster aus.
Wie beim Beispiel Suchti muss der “geheim unglücklich Verliebte” sich seinen Stoff auf unterschiedlichste Weise beschaffen und finanzieren. Geht es um Koks und Co. wird manch einer zum Dieb. Der Verliebte hingegen sitzt oft alleine zu Haus und überlegt sich,
wie er den nächsten Kontakt unauffällig provozieren kann. Wie auch beim Kokser kann der Preis hoch sein: Vereinsamung. Es ist leicht in Selbstmitleid zu versinken und wenn schon viele soziale Kontakte für dieses Spiel draufgegangen sind, ist es umso wahrscheinlicher, dass man nicht darauf hoffen braucht, dass jemand kommt und einen da raus holt, á la “Komm, wir gehn´jetzt einen saufen!”
Der letzte Typ den ich vorstellen möchte ist selten, aber es gibt ihn. Er ist ständig auf der Suche nach Menschen die Lebensabschnitte mit ihm teilen. Er nimmt sich aus Beziehungen sehr viel heraus und der Partner muss oft darunter leiden. Die Rede ist von den Menschen, die sich nicht wirklich verlieben können. Der Grund hierfür kann vielfältig sein. Entweder es ist Situativ bedingt, vielleicht sogar wirtschaftlicher Natur “Ich könnte mir eine Partnerschaft garnicht leisten, ich komm ja selbst kaum über die Runden…”. Banal geht es aber natürlich auch und es ist momentan einfach nicht der oder die Richtige da.
Allerdings gibt es auch die Leute, die sich Begründungen dieser Art immer und immer wieder zurechtlegen, einfach nur um zu beschwichtigen was unter ihrer Oberfläche bis zur Gewissheit brodelt: Sie können sich einfach nicht verlieben. Wie auch das unglücklich verliebt sein ist dies eine sehr frustrierende Erfahrung für die, die dies bei sich feststellen können.
Sicher, es gibt bestimmt jede Menge (Ab-)Arten, die hier nicht beschrieben wurden, ich möchte mich allerdings auf die für mich am häufigsten beobachteten (und erlebten) Situationen beschränken. So langsam kann ich jeden, der vom Valentinstag angekotzt ist und sich am liebsten für einen Tag einschließen würde, verstehen. Den Ursprung dieses zwiespältig empfundenen Tages kann jetzt aber jeder selbst googlen…
Um die Kurve noch zu bekommen: Ich weiß inzwischen nicht mehr was so geil ist am verliebt sein. Das merk ich erst wieder wenn es so weit ist. Denen unter euch, die sich bei den letzten drei Typen angesprochen fühlten: Kopf hoch! Die glücklichen geben nur Geld für teuren Krimskrams aus und haben dafür einen Abend im Monat mehr Sex.
Allen anderen unter euch: Denkt schonmal über die Wahl der Blumen nach, in einem Monat ist es wieder so weit!


15. Januar 2009 um 09:53
Ich bin seit 13 Jahren (omg!) pausenlos in (2) Beziehungen. Den Valentinstag habe ich noch NIE zelebriert. So!
Hmm, beiläufige “Instant Messages”, neckische Pinnwandeinträge, flüchtige Besuche (ohne Frühstück am nächsten Tag)…komm, du bist in meinen Kerl verknallt
15. Januar 2009 um 09:55
Also die 2 Beziehungen laufen natürlich nicht parallel, nech?
15. Januar 2009 um 10:11
das ist doch nur ne zweckehe! der tim wartet auf mich!
15. Januar 2009 um 16:36
Frau Klops, wenn Sie hier mit ihrer Yahoo-Mailadresse kommentieren, dann sieht man Ihr schicket Bildchen nicht
15. Januar 2009 um 17:36
Oh, da
Auf der Arbeit hat der noch die falsche gespeichert gehabt haben tun.
15. Januar 2009 um 17:51
Ah, et geht doch.
Sag mal Robert, bekommst du jetzt eigentlich Mails, wenn jemand einen Kommentar hier hinterlassen hat?
Ich bekomme zu deinem Beitrag nämlich keine, obwohl ich der Admin bin. Habe bisher den Punkt nich gefunden, wie ich das ändern kann.
15. Januar 2009 um 18:34
Ja! Hab dir grade weitergeleitet wie´s aussieht.