Ich trenne Müll. Schon vor der Einführung des grünen Punktes wurde mir beigebracht, was alles in den normalen Müll und was auf den Komposthaufen in unserem Schrebergarten kommt. Ausserdem kam in für mich nicht wirklich als regelmässig empfundenen Abständen ein Lastwagen vorbei, der kartonweise Papier mitnahm. Denn Papier kann man recyclen, das wusste ich. Unsere Strasse war dann immer zugepflastert mit Papier und Pappe, denn es trennten alle Müll. Und der grosse Lastwagen kam nicht gerade wöchentlich.
Als dann die gelbe Tonne eingeführt wurde, kam es durchaus auch mal vor, dass die Müllabfuhr diese nicht entleerte, weil man mal wieder alles durcheinander gebracht und sich eine Frikadelle in den Verpackungsmüll geschlichen hat.
Ich möchte nicht pauschalisieren, aber als ich dieses Jahr in Los Angeles war, entstand der Eindruck: Da wird kein Müll getrennt. Der ganze Dienstleistungsbereich ist so dermassen auf Verschwendung gebürstet, dass man noch mehr darin bestärkt wird, zu Hause weiterhin umweltbewusst zu leben, damit es so etwas wie einen Ausgleich gibt.
Beispiel Taco Bell: Man wird gefragt, ob man den Spass mitnehmen möchte oder halt da essen will. Entscheidet man sich für‘s vor Ort essen, dann wird die Bestellung in eine Tasche gepackt. Nimmt man es mit, dann wird das Essen, was sich schon in einer Tasche befindet, in eine grössere Tasche befördert.
Ich habe mal in einem Interview mit Anthony Kiedis gelesen, in dem er sagte, dass er es bei Deutschland-Aufenthalten bewundert, wie sehr wir auf die Umwelt achten.
Und obwohl man sich ja sagt, dass der ganze Kadderadatsch eh auf den selben Müllberg landet, verhält es sich mit der Mülltrennung bei mir ähnlich wie damals, als ich angefangen habe, auf Partys zu gehen und Alkohol zu trinken: Meine Eltern wussten es zwar, es gab aber ein stillschweigendes Abkommen, damit sie sich nicht ernsthaft was ausdenken müssen, denn gut fanden sie es nicht, aber erinnerten sich wohl an ihre eigene Jugend. Verständlich? Einfacher ausgedrückt: Ich trenne Müll, weil es die einfachste Möglichkeit ist, meinem Gewissen zu vermitteln, dass ich aktiv die Umwelt schütze.
So war das zumindest bis vor Kurzem: Als ich mit meinem Chef den Serverraum aufräumte, hatten wir von jeder Müllsorte ne Menge im Auto, das wir zur Kölner Müllhalde fuhren. Als wir der Rezeption mitteilten, was wir alles dabei hätten, entgegnete der Müllbeamte uns mit den Worten: „Alles in Tonne 13.“ Als wir nochmal wiederholten, dass wir sowohl Papier, Plastik, normalen Müll und Elektronik dabei hätten, antwortete er etwas lauter „Egal, alles in Tonne 13.“
Das ist natürlich kontraproduktiv für mein Gewissen und seitdem erwische ich mich öfter dabei, wie ich Verpackungen zusammen mit nem Stück Pappe in den Normalmüll schmeisse, ich alter Rebell. So etwas passiert halt, wenn Staat und Umwelt nicht voneinander getrennt werden, liebe Erde.


10. September 2009 um 10:35
Für mein Gewissen ist das äußerst proproduktiv. Ich will jetzt nicht sagen, das hätte ich schon lang gewusst, aber zumindest geahnt und über drei Ecken gehört hatte ich sowas schon lang. Deshalb habe ich noch nie – trotz guten Beispiels von Seiten Elternhaus – selber Müll getrennt. Jetzt haben wir auch eine gelbe Tonne und zum ersten Mal überlege ich ernsthaft mit dem Trennen anzufangen, einfach damit sie ihren Zweck erfüllen kann : ).
10. September 2009 um 10:35
Für mein Gewissen ist das äußerst proproduktiv. Ich will jetzt nicht sagen, das hätte ich schon lang gewusst, aber zumindest geahnt und über drei Ecken gehört hatte ich sowas schon lang. Deshalb habe ich noch nie – trotz guten Beispiels von Seiten Elternhaus – selber Müll getrennt. Jetzt haben wir auch eine gelbe Tonne und zum ersten Mal überlege ich ernsthaft mit dem Trennen anzufangen, einfach damit sie ihren Zweck erfüllen kann : ).
10. September 2009 um 12:44
Ich trenne trotzdem. Nicht für’s Gewissen, sondern weil ich den Abfall ja sonst gar nicht vernünftig loswerde, die Container sind ja alle immer schon fast voll, da muss man das schon aufteilen.
Die Umwelt soll sich mal nicht beschweren. Wer hat denn angefangen mit dem Kampf um’s Überleben, und so?
10. September 2009 um 12:44
Ich trenne trotzdem. Nicht für’s Gewissen, sondern weil ich den Abfall ja sonst gar nicht vernünftig loswerde, die Container sind ja alle immer schon fast voll, da muss man das schon aufteilen.
Die Umwelt soll sich mal nicht beschweren. Wer hat denn angefangen mit dem Kampf um’s Überleben, und so?
10. September 2009 um 13:01
Ich trenne Müll nur, wenn es wirklich hart auf hart kommt und Blut fließt. Sonst halte ich mich da raus. Auch aus Angst verletzt zu werden
10. September 2009 um 13:01
Ich trenne Müll nur, wenn es wirklich hart auf hart kommt und Blut fließt. Sonst halte ich mich da raus. Auch aus Angst verletzt zu werden