Ich kann nicht versprechen, dass dieser Artikel ohne Schimpfwörter auskommen wird, also liebe Eltern:
Und nun zu euch, liebe Entscheidungsträger in der Musikindustrie: Kommt ihr euch eigentlich nicht so richtig peinlich vor? Milchmädchen drehen sich verschämt weg, wenn sie eure Excel-Tabellen korrigieren.
Und dabei geht es mir jetzt gerade gar nicht um mp3s, CDs, Tonbänder oder was weiß ich, was ihr wieder zurückhaben wollt. Es geht mir um Musikvideos.
Musikvideos – das sind kleine Promofilmchen für ein Lied bzw. ein Album eines Künstlers. Je nach Anspruch können das auch kleine Kunstwerke sein. Nur zur Erinnerung, liebe Entscheidungsträger der Musikindustrie. Oder zur Übersetzung: Videos bringen Kunden dazu, Musik zu kaufen!
Selbst angestachelt von meinem Posting zur neuen Single wollte ich mir alte Musikvideos der Deftones angucken. Die Deftones haben einen eigenen offiziellen Youtube Channel, aber die ollen Pissköppe der Warner Music Group haben etwas dagegen, dass man sich Videos ihrer Künstler anguckt in Deutschland und somit fällt die offizielle Quelle weg. Was blieb, waren schlecht von MTV aufgezeichnete Versionen.
Das ist scheisse, denn ich wollte mir das Video „Minerva“ anschauen, das bringt aufgrund seiner schönen Bilder aber nichts in 320×280 Pixeln. Und was bitte bringt es einer Plattenfirma, diese Videos zu sperren? ICH VERSTEHE ES NICHT!!!
Oh, und jetzt sagt mir nicht, ihr wollt, dass ich mir das „Minerva“-Video bei iTunes für 2,49 Euro kaufe. Wenn das euer Plan ist, dann lasst mich mal kurz erklären: Selbst wenn ich gewillt wäre, mir das Video bei iTunes zu kaufen – da steht nirgends, in welcher Qualität es angeboten wird. Man kann sich eine nicht skalierbare Vorschau angucken, wow. Und dadurch, dass mein Beruf so ein bisschen was mit Videodateien zu tun hat, kann ich anhand der Größe von 54 MB erahnen, wie die Qualität so ist. Lasst euch gesagt sein, ihr totalen Vollversager der Musikindustrie: Jeder noch so bescheuerte Teenager schafft es beim Hochladen seiner heimlich aufgenommenen Beate Uhse TV Video-Torrents eine Beschreibung zu Format, Auflösung, Codec usw. beizufügen.
Tja, schade. Ich hätte hier sehr gerne das „Minerva“-Video gepostet. Und ich hätte sehr gerne eine Kaufempfehlung für alle Deftones-Alben, die ich mir im Übrigen von meinem sehr knapp bemessenen Taschengeld zusammengespart habe, liebe Warner Music Group, ausgesprochen. Aber so kann ich euch nur den Tipp geben, dass es im Internet die komplette Diskographie der Deftones im Gesamtpaket für unter einen Cent zu erwerben gibt, beim Google-Suchergebnis eurer Wahl!
Update: Wie ich soben in den Kommentaren von Nerdcore gelesen habe (weil das dort gepostete neue Gorillaz-Video nämlich auch nicht mehr zu sehen ist), gibt es so wunderbare Seiten wie Clipnabber, bei denen man den Link des Videos eingeben kann und selbiges dann zum Download angeboten bekommt.
Zumindest fühle ich mich so. Ich dachte bislang immer, daß sich mein Körper in Sachen Party nicht mehr so regeneriert, wie noch vor ein paar Jahren. Seit Sonntag weiß ich: Es liegt nicht an Party oder Alkohol. Mein Körper streikt einfach ein paar Tage lang, wenn ich ihn aus seinem täglichen Rythmus1 herausreisse.
Außerdem finde ich meine Kündigung bei Strato nicht mehr und weiß somit nicht, wann mein Vertrag dort endet und ich endlich zu einem neuen Provider wechseln kann, damit der Spaß hier auch mal schneller wird und es wieder voll Ölle losgehen kann.
Falls die Affenkoppzentrale also plötzlich wieder offline sein sollte: Strato ist schuld!
Ich trenne Müll. Schon vor der Einführung des grünen Punktes wurde mir beigebracht, was alles in den normalen Müll und was auf den Komposthaufen in unserem Schrebergarten kommt. Ausserdem kam in für mich nicht wirklich als regelmässig empfundenen Abständen ein Lastwagen vorbei, der kartonweise Papier mitnahm. Denn Papier kann man recyclen, das wusste ich. Unsere Strasse war dann immer zugepflastert mit Papier und Pappe, denn es trennten alle Müll. Und der grosse Lastwagen kam nicht gerade wöchentlich.
Als dann die gelbe Tonne eingeführt wurde, kam es durchaus auch mal vor, dass die Müllabfuhr diese nicht entleerte, weil man mal wieder alles durcheinander gebracht und sich eine Frikadelle in den Verpackungsmüll geschlichen hat.
Ich möchte nicht pauschalisieren, aber als ich dieses Jahr in Los Angeles war, entstand der Eindruck: Da wird kein Müll getrennt. Der ganze Dienstleistungsbereich ist so dermassen auf Verschwendung gebürstet, dass man noch mehr darin bestärkt wird, zu Hause weiterhin umweltbewusst zu leben, damit es so etwas wie einen Ausgleich gibt.
Beispiel Taco Bell: Man wird gefragt, ob man den Spass mitnehmen möchte oder halt da essen will. Entscheidet man sich für‘s vor Ort essen, dann wird die Bestellung in eine Tasche gepackt. Nimmt man es mit, dann wird das Essen, was sich schon in einer Tasche befindet, in eine grössere Tasche befördert.
Ich habe mal in einem Interview mit Anthony Kiedis gelesen, in dem er sagte, dass er es bei Deutschland-Aufenthalten bewundert, wie sehr wir auf die Umwelt achten.
Und obwohl man sich ja sagt, dass der ganze Kadderadatsch eh auf den selben Müllberg landet, verhält es sich mit der Mülltrennung bei mir ähnlich wie damals, als ich angefangen habe, auf Partys zu gehen und Alkohol zu trinken: Meine Eltern wussten es zwar, es gab aber ein stillschweigendes Abkommen, damit sie sich nicht ernsthaft was ausdenken müssen, denn gut fanden sie es nicht, aber erinnerten sich wohl an ihre eigene Jugend. Verständlich? Einfacher ausgedrückt: Ich trenne Müll, weil es die einfachste Möglichkeit ist, meinem Gewissen zu vermitteln, dass ich aktiv die Umwelt schütze.
So war das zumindest bis vor Kurzem: Als ich mit meinem Chef den Serverraum aufräumte, hatten wir von jeder Müllsorte ne Menge im Auto, das wir zur Kölner Müllhalde fuhren. Als wir der Rezeption mitteilten, was wir alles dabei hätten, entgegnete der Müllbeamte uns mit den Worten: „Alles in Tonne 13.“ Als wir nochmal wiederholten, dass wir sowohl Papier, Plastik, normalen Müll und Elektronik dabei hätten, antwortete er etwas lauter „Egal, alles in Tonne 13.“
Das ist natürlich kontraproduktiv für mein Gewissen und seitdem erwische ich mich öfter dabei, wie ich Verpackungen zusammen mit nem Stück Pappe in den Normalmüll schmeisse, ich alter Rebell. So etwas passiert halt, wenn Staat und Umwelt nicht voneinander getrennt werden, liebe Erde.
He-Man ist der mächtigste Mann des Universums, keine Frage. Als ich am Wochenende wieder damit angefangen habe, die Serie von 1983 zu gucken, ist mir allerdings aufgefallen, wie merkwürdig das Treiben auf Eternia eigentlich ist.
Nehmen wir beispielsweise das Intro. Seit Youtube bestimmt von vielen schon 1000 mal gesehen worden, aber schonmal genau auf den Text geachtet?
Wie kann ich mir das jetzt vorstellen? Prince Adam läuft durch Eternia, fuchtelt mit seinem Schwert rum und brabbelt dabei die ganze Zeit bescheuerte Sprüche vor sich her und plötzlich ist der Spruch dabei, der ihn zu He-Man werden lässt?
Und mal abgesehen davon, dass die Verwandlung darin besteht, dass Prince Adam seine pink/lilane Verkleidung verliert und stattdessen eine Fellbuxe und ein Gürteloberteil trägt, also das eine CSD-Outfit durch ein anderes ersetzt, ergibt diese geheime Identität keinen Sinn.
Denn Prince Adam sagt, er sei der Wächter von Castle Grayskull. Die Tranung bringt ihm demzufolge keinen Vorteil. Ausserdem sind seine Eltern die ganze Zeit derbe angepisst, dass ihr Sohn so ein Schwächling ist und stattdessen immer He-Man kommen muss, um den Tag zu retten. Stattdessen geht bei Kampfszenen wichtige Zeit verloren, indem Prince Adam immer ängstlich den Ort des Geschehens verlässt und seine Verwandlungszeremonie starten muss.
Morgen dann vielleicht (wahrscheinlich nicht): Wie Tri-Klops es in der ersten Folge schafft, Dinge mit seinem Röntgenauge hinter Steinen zu sehen, die jeder andere Mensch auch sehen würde, wenn er einen Schritt nach links oder rechts machen würde.
Also unbedingt diese Serie gucken, höchstunterhaltsam.

Auch wenn ich die Simpsons seit mehreren Jahren schon nicht mehr lustig finde, diese versimpsonten Zeichnungen ziehen mich immer noch magisch an.
Hier also die Lost-Crew, schlecht bearbeitet von mir, Figuren stammen von den Springfield Punx und alles entdeckt via Nerdcore.
Wenn man in den USA in einen Zeitschriftenladen geht, dann fällt einem vor allem eins auf: Der Umfang der Zeitschriften hat überproportional zum Preis abgenommen. Mussten Freunde und Verwandte Mitte der 90er noch Gepäckübergewichtsgebühren bezahlen, weil sie sich eine Zeitschrift für den Flug gekauft hatten, so muss man mittlerweile aufpassen, dass man nicht aus Versehen 10 Time Magazine an der Kasse bezahlen muss, weil man dachte, es wäre eins.
Da mit beim schnellen Durchblätten ein DJ A-Trak Interview aufgefallen war, habe ich mich für das Wired-Magazin entschieden, dessen Online-Variante mir allerdings mehr zusagt.
Klassischerweise1 trennt man in so einem Printmagazin Inhalt und Werbung. Dass Inhalte gekauft werden ist zwar nicht ganz der saubere journalistische Weg, sollte hierzulande aber auch niemanden mehr überraschen. Und auch an Werbung in Artikelform, in dem über zwei Seiten erklärt wird, wie gesund das Essen von XY hergestellt wird inklusive Interview des zuständigen Agrartypen, hat man sich mittlerweile gewöhnt und ist eine legitime Form, wenn sie denn dementsprechend gut lesbar gekennzeichnet ist.
Was aber der Hersteller einer bekannten Biermarke im Wired-Magazin gemacht hat, überrascht mich dann aber doch ein wenig.
Zweiseitige Anzeige, klar und deutlich als solche beschriftet. Auf der ersten Seite die „normale“ Anzeige mit einem Bild von DJ A-Trak in Aktion, daneben der Slogan und eine Flasche der Biermarke. Wenn man weiterblätterte erschien dann Seite 2 der Werbung. Besagtes Interview mit DJ A-Trak, worüber ich mich ein wenig ärgerte, denn ich dachte ja, es sei ein redaktionelles Interview. Nun dachte ich, es würde inhaltlich zumindest merheitlich um das Bier gehen.
Geht es aber nicht und zwar kein einziges mal. Ausser bei der letzten Frage, bei dem der Slogan in der Frage aufgegriffen wird. Ansonsten ist es kein Brüllerinterview und natürlich auch nicht kritisch oder investigativ, aber doch eins, das ich eher auf der Artikel-Seite der Zeitschrift erwartet hätte und mich ernsthaft frage, ob es in einschlägig bekannten Musikzeitschriften grossartig anders ausgesehen hätte.


Im Gegensatz zu Tageszeitungen halte ich Zeitschriften nach wie vor für eine sehr gute Sache, die bitte nicht aussterben soll, allerdings habe ich die Befürchtung, dass es nicht mehr lange dauert bis Zeitschriften nur noch aus unkritischen von Firmen bezahlten Interviews bestehen.
P.S.: Wer glaubt, ich würde von Beck’s bezahlt werden, der irrt sehr, trotzdem ist Beck’s natürlich der Copyright-Inhaber der Bilder.
So kurz vorm Wochenende wollte ich mal etwas für die Bildung meiner Leser tun. Denn eigentlich sollte dies ein Artikel werden, in dem ich sowas wie “Lucky Luke, wir brauchen Ihre Hilfe, El Kaida ist aus dem Gefängnis ausgebrochen” schreiben wollte, weil mir zwar zwei unterschiedliche Scheibweisen der Terrororgruppe1 bekannt waren (al-Qaida und al-Kaida), ich aber ein “el” für sehr unwahrscheinlich und einen Fehler des Kölner Express für sehr wahrscheinlich hielt und die Schreibweise des 1. FC Köln Fanmags lustige2 Assoziationen hervorgerufen hat.
Nun ist mein Duden leider schon so alt, dass al-Qaida nicht aufgeführt wird. Und da das Online-Angebot des Dudens kostenpflichtig ist, muss ich mich auf die zuverlässigste Quelle des gesamten Internets stützen, die den Duden in diesem Fall allerdings zitiert:
“Bislang ist im Deutschen keine einheitliche Schreibung des Namens zu beobachten. Der Rechtschreibduden verzeichnet die Schreibungen Al Kaida und al-Qaida, verweist jedoch auf den Haupteintrag El Kaida. In der deutschsprachigen Presse finden sich weitere Schreibungen, wie etwa al-Kaida oder al-Qaeda (so auch häufig in den US-Medien). Die deutschsprachigen Nachrichtenagenturen haben sich zwischenzeitlich auf die Schreibweise Al Kaida verständigt. Der Grund für die vielen Varianten liegt in der Problematik der Transkription aus dem Arabischen, zumal der erste Konsonant (Qaf) im Deutschen und Englischen kein Pendant besitzt.” (aus “al-Qaida”)
Lieber Kölner Express, mein Gehirn möchte sich bei Ihnen für den Ansatz der Verhöhnung in dem Fall Ihrer al-Qaida Schreibweise entschuldigen. Über den Rest des Artikels kann ich nichts sagen, denn wir immer hat mich der Zeitungskasten geschweige denn das Titelblatt nicht dazu animiert, mir einen Kölner Express zu kaufen. Ich spare auf ‘nen neuen Duden…
So kurz vorm Wochenende wollte ich mal etwas für die Bildung meiner Leser tun. Denn eigentlich sollte dies ein Artikel werden, in dem ich sowas wie “Lucky Luke, wir brauchen Ihre Hilfe, El Kaida ist aus dem Gefängnis ausgebrochen” schreiben wollte, weil mir zwar zwei unterschiedliche Scheibweisen der Terrororgruppe1 bekannt waren (al-Qaida und al-Kaida), ich aber ein “el” für sehr unwahrscheinlich und einen Fehler des Kölner Express für sehr wahrscheinlich hielt und die Schreibweise des 1. FC Köln Fanmags lustige2 Assoziationen hervorgerufen hat.
Nun ist mein Duden leider schon so alt, dass al-Qaida nicht aufgeführt wird. Und da das Online-Angebot des Dudens kostenpflichtig ist, muss ich mich auf die zuverlässigste Quelle des gesamten Internets stützen, die den Duden in diesem Fall allerdings zitiert:
“Bislang ist im Deutschen keine einheitliche Schreibung des Namens zu beobachten. Der Rechtschreibduden verzeichnet die Schreibungen Al Kaida und al-Qaida, verweist jedoch auf den Haupteintrag El Kaida. In der deutschsprachigen Presse finden sich weitere Schreibungen, wie etwa al-Kaida oder al-Qaeda (so auch häufig in den US-Medien). Die deutschsprachigen Nachrichtenagenturen haben sich zwischenzeitlich auf die Schreibweise Al Kaida verständigt. Der Grund für die vielen Varianten liegt in der Problematik der Transkription aus dem Arabischen, zumal der erste Konsonant (Qaf) im Deutschen und Englischen kein Pendant besitzt.” (aus “al-Qaida”)
Lieber Kölner Express, mein Gehirn möchte sich bei Ihnen für den Ansatz der Verhöhnung in dem Fall Ihrer al-Qaida Schreibweise entschuldigen. Über den Rest des Artikels kann ich nichts sagen, denn wir immer hat mich der Zeitungskasten geschweige denn das Titelblatt nicht dazu animiert, mir einen Kölner Express zu kaufen. Ich spare auf ‘nen neuen Duden…
Als letzte Woche Samstag Horst Köhler erneut zum Bundespräsidenten gewählt wurde, habe ich mich ein wenig erschrocken. Nicht etwa, weil mich das Ergebnis überrascht hat, sondern weil ich komplett nichts davon mitbekommen habe.
Mir ist aufgefallen, dass es mir in den letzten 3-4 Monaten mit Nachrichten im Allgemeinen und Politik im Besonderen ähnlich ging wie mit Werbeplakaten: Ich gehe dran vorbei, nehme sie kurz wahr und habe sie beim Verlassen des Wahrnehmungsradiuses wieder vergessen.
Ich habe letztens den Wahl-O-Mat zur Europawahl zur Hilfe genommen und auch da musste ich mit Erschrecken feststellen: Die meisten Fragen habe ich mit einem „neutral“ beantwortet, eine Bankrotterklärung meines Interesses an der Welt.
Damit ist jetzt Schluss. Zur Europawahl am Sonntag ist es leider ein wenig zu spät, aber bis zur Bundestagswahl am 27. September 2009 werde ich mich mal wieder umfassender mit der Politik dieses Landes beschäftigen.
Vorher jedoch werde ich mir abschliessend die internationale Krisenlage anschauen und fahre am Samstag für eine Woche nach Los Angeles. Kalifornien ist wohl das momentane Epizentrum des Weltuntergangs, ich schätze mal, da wird‘s losgehen mit der totalen Zerstörung: Erdbeben, Finanzkrise, keine Steuererhöhung möglich und vielleicht werden auch noch 38000 Sträflinge frühzeitig aus den Gefängnissen befreit, wegen Überfüllung. Da werden mit Sicherheit auch Menschen drunter sein, die wirklich was Schlimmes gemacht haben.
Falls die Sonne dort jedoch immer noch scheint und uns die Welt zumindest für dieses Jahr noch erhalten bleibt: Bundestagswahl 2009. Ich kann mich gerade nicht entscheiden…
Die Spätherbstsonne im Mai ist angenehm. Mir ist noch nicht ganz klar, was ich mehr vermisse…
Die bunten Herbstfarben, Schmuddelwetter und Kamingeruch in der Luft oder die Frühlingsgefühle, die der Mai mit sich bringt.
Seit einem halben Jahr ist alles anders, alles verdreht. Von Freude, über Trauer, Enthusiasmus, Angst, Ruhe, Hektik, Freundschaft, Verliebtheit, bis hin zu Heimweh und Fernweh – mindestens einmal bin ich durch die gesamte Gefühlswelt gereist.
Von Deutschen abstammend bin ich vor fast dreissig Jahren in São Paulo, Brasilien geboren, um nach zehn Jahren aus der pulsierenden Metropole ins beschauliche Dorf in Deutschlands Westen zu ziehen. Achtzehn Jahre lang nannte ich die Bundesrepublik meine Heimat, als mich die Sehnsucht nach Familie, Sonne, Grossstadt und Neuanfang ergriff, ich meine Koffer packte und zurückkehrte – aus dem Land, in dem ich mich oft allein und verloren gefühlt hatte auf die andere Seite der Welt, in mein altes Zuhause, in dem ich glaubte, hinzugehören und endlich herausfinden zu können: In Deutschland war ich die Brasilianerin. Und in Brasilien?
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