Wer schon die Entwicklung von der Hot Fuss zur Sam’s Town nicht mochte, der wird sicherlich nicht gerade Luftsprünge machen bei Day & Age, der neuen Platte von den Killers.
Obwohl ich den kleinen Schlagerausflug Human mag, bin ich dennoch froh, dass sich das nicht häuft auf dem Album.
Bisher waren alle Killers Alben voll von Höhen und kleineren Tiefen, ohne dass die Band jemals wirklich einen richtig schlechten Song geschrieben hatte, da reiht sich Day & Age ganz gut ein.
Ist ein wirklich gutes Popalbum geworden, wie ich finde. Vor allem ist es abwechslungsreich. Ich habe allerdings die leise Befürchtung, dass die Halbwertszeit nicht ganz so üppig ausfallen wird, aber dazu habe ich schliesslich mein niegelnagelneues 3-Punkte-System, ha.
Noch ein paar Zeiteinheiten mehr jedenfalls und die Killers werden auf grosse Sommerstadiontour gehen.
Ganz ehrlich: Ich habe eine kleine Freudenträne vergossen. Gerade beim ersten Hören ist mir erst so richtig aufgefallen, wie sehr ich mich freue, die Stimme von Axl Rose nach 15 Jahren wieder auf einer von mir erworbenen CD zu hören.
Und das Album ist toll. Tatsächlich. Hätte ich fast nicht mit gerechnet. Dass hier Slash und Duff McKagan fehlen, fällt überhaupt nicht auf, denn wenn ich mir Velvet Revolver so anhöre, bezweifle ich, dass die Lieder, die man jetzt auf der Chinese Democracy hört, so eine Weiterentwicklung geworden wären (wobei ich manche Velvet Revolver Songs gut finde, so ist es ja nun auch nicht).
Chinese Democracy will weder Appetite for Destruction noch Use Your Illusion sein, was ich sehr sehr gut finde. Klar, manche technischen Spielereien wirken mittlerweile etwas antiquiert, aber mich stört‘s nicht.
Vor allem der Rockpalast Mitschnitt des Guns n‘ Roses Auftritts bei Rock am Ring 2006 hat mich eher traurig gestimmt, was die Neubesetzung der Band betrifft. Jetzt muss ich aber sagen, werde ich mich zum ersten mal ernsthaft mit ihnen auseinandersetzen.
11 Leute haben an dem Album bandtechnisch mitgearbeitet, daher fehlt wohl auch ein Bandfoto im Booklet.
Apropos Booklet: Zum ersten mal seit Langem habe ich die CD eingeschoben, mich aufs Bett mit dem Booklet gelegt und mitgelesen. Habe ich früher immer gemacht, ausser wenn Bands die Texte nicht abgedruckt haben.
So, ich höre es mir jetzt nochmal an.
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