Beim Ersteindruck hatte ich mir noch Sorgen um die Halbwertzeit der neuen Songs der Killers gemacht, muss aber nach knapp einem Monat sagen: Da hat sich mein kleines Watteköpfchen geirrt.
Neben Dimmu Borgir1 ist Day & Age mein momentanes Lieblingsalbum, während ich bei McFit meinen Astralkörper auf die Copacabana (oder den Wörthersee) vorbereite.
Ich kann mich natürlich auch komplett täuschen, aber ich finde, man merkt dem Album an, dass die Killers beim Aufnehmen Spass wie Yogi Bär beim Fund eines Picknickkorbes hatten.
Zwar gibt es Saxophone („Joy Ride“), karibische Kläge („I can‘t stay“) oder Schlager („Human“: Wer übrigens ne Erkärung für den Refrain haben möchte, kann sich gerne bei mir melden) zu hören, aber zum einen haben die Killers dabei den Song nicht vergessen und zum Anderen kann man auch bei „klassischen“ Killers-Hymnen („A Dustland Fairytale“) wie gewohnt mit ausgestreckten Armen auf seiner lokalen Halde stehen und die Welt bzw. ein übergebliebenes Stück Kohle umarmen.
Falls die Killers jemals unter „Alternative“ oder „Indie“ bei HMV zu finden waren, kann man sie spätestens jetzt unter „Rock/Pop“ einordnen oder direkt auf der „heisser Scheiss“-Aktionsfläche als Hot-Tip für 37,99 DM kaufen. Scheiss Euro, vor 6 Jahren war noch alles billiger…ich schweife ab.
Day & Age ist ein richtig, richtig hervorragendes Album geworden und ich möchte die Killers unbedingt wieder live sehen2.
Wer 10 neue Songs braucht, die man nicht mehr aus dem Kopf bekommt, dann unbedingt den Vertriebsweg seines Vertrauens wählen und zuschlagen.
Unbedingte Anspieltipps: „I can‘t stay“ und „A Dustland Fairytale“
Ersteindruck: The Killers – Day & Age
So, etwas mehr als eine Woche höre ich nun schon die Chinese Democracy und wie erwartet ist die Euphorie ein wenig verflogen.
Man kann Axl Rose mögen oder nicht, aber eins muss man ihm zu Gute halten: Der Mann hat einer der markantesten Stimmen der Popmusik. Und wenn man, wie ich, diese Stimme auch noch zu einer der Besten zählt, dann kann man bei Chinese Democracy feststellen: Allein die Stimme macht den Unterschied.
Den Unterschied zu was eigentlich, fragt man sich dann allerdings auch.
Ich werde die Songs jetzt nicht im Einzelnen durchgehen, denn zusammenfassend kann man sagen: Ähnlich wie alles, was Korn seit der Issues so von sich gegeben haben, ist Chinese Democracy (grössen)wahnsinnig überproduziert. Alles klingt so dermassen künstlich wie es wahrscheinlich auch ist. Man hört den Liedern an, dass da keine Freunde im Proberaum ein paar Lieder aus den Hüften geschossen haben. Hier ist alles durchkalkuliert.
Aber genau so, wie ich bei alten Hardore/Punk-Alben ja auch keine filigrane Produktionskunst vermisse, kann ich bei der Chinese Democracy temporär drüber hinwegsehen, denn was eigentlich zählt, sind die Songs. Und die guten Songs überwiegen.
Dass Tobias Rüther in der FAS die Refrains nicht erkennt, kann ich nicht nachvollziehen (als Aufhänger zumindest ebenso schwach wie die Sache mit der “15 Jahre alter Witz mit Pointe”-Überschrift, die von gefühlt 200000 Medien gewählt wurde). Als kleiner Tipp an Herrn Rüther: Man erkennt sie meistens daran, dass Herr Rose den Titel des Songs singt.
10 statt 14 Lieder hätten allerdings gereicht. Denn was man dann nach über einer Stunde Spielzeit doch merkt: Da fehlen ein paar Bandmitglieder. Die Seele von Slash und Herrn McKagan hätten die Platte zu einem echten Nachfolger von den Use Your Illusion Alben werden lassen. Als alter Fan kommt man nicht drum herum, sich auszumalen, was wohl herausgekommen wäre, wenn die beiden Traditionalisten mit dem nach modernen Sounds hechelnden Herrn Rose neue Songs geschrieben hätten.
Würde Chinese Democracy als Soloalbum von Axl Rose verkauft werden, würde ich von einem extrem gelungenen Comeback sprechen. Als Guns n‘ Roses Album ist es allerdings allein die Stimme, die den Unterschied macht.
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